Der Iran-Krieg verschärft die ohnehin angespannte Kostenlage im Einzelhandel. Eine aktuelle Branchenumfrage zeigt: Die Händler sind mit den bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung unzufrieden – und sehen Arbeitsplätze in Gefahr.

Kostendruck erreicht kritisches Niveau

Die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs treffen den Einzelhandel hart. Laut einer aktuellen Trendumfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) rechnen 89 Prozent der befragten Unternehmen infolge des Kriegs mit weiteren Kostensteigerungen – bei Energie und Personal. Viele Händler sehen sich an der Schmerzgrenze und wissen nicht, wie sie die zusätzlichen Ausgaben erwirtschaften sollen.
 

Maßnahmen der Bundesregierung werden als unzureichend bewertet

Die bislang von der Bundesregierung angekündigten Entlastungsmaßnahmen stoßen in der Branche auf breite Ablehnung. 85 Prozent der befragten Händler bewerten die Kraftstoffsteuersenkung als unzureichend. Noch deutlicher fällt die Kritik an der geplanten Entlastungsprämie von 1.000 Euro aus: 83 Prozent der Unternehmen sehen deren Finanzierung als staatliche Aufgabe – nicht als Verpflichtung der Arbeitgeber. Wer Entlastungen verspreche, müsse diese auch selbst finanzieren, so die einhellige Haltung in der Branche.
 

Forderungen: Stromsteuer senken, Lohnnebenkosten deckeln

Der Handelsverband Deutschland fordert von der Bundesregierung konkrete und wirksame Maßnahmen: Die Stromsteuer solle für Unternehmen und Privatverbraucher auf das gesetzlich zulässige Minimum abgesenkt werden. Zudem müsse ein Deckel für die Lohnnebenkosten bei 40 Prozent eingeführt werden, um den Faktor Arbeit spürbar zu entlasten.
 

Arbeitsplätze in Gefahr

Die Folgen der Kostensteigerungen sind bereits absehbar: 72 Prozent der befragten Händler sehen kurz- und mittelfristig Arbeitsplätze in ihren Unternehmen gefährdet. Die Umfrage wurde vom 16. bis 20. April 2026 unter 436 Handelsunternehmen aus ganz Deutschland durchgeführt.
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