Die Rahmenbedingungen für Konsum und Handel bleiben auch 2026 schwierig. Das geht aus einer aktuellen Umfrage unter knapp 600 Handelsunternehmen hervor. 49 Prozent der Befragten rechnen im laufenden Jahr mit niedrigeren Umsätzen als 2025. 29 Prozent erwarten ein Stagnieren, nur 23 Prozent gehen von Umsatzsteigerungen aus. Die bundesweite Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) zeigt: Kostendruck, Energiepreise und Bürokratie bremsen – der Handel fordert spürbare Entlastungen und Planungssicherheit.
Vor diesem Hintergrund rechnet der Handelsverband in seiner Jahresprognose für den Einzelhandel in Deutschland 2026 mit einem nominalen Umsatzplus von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Preisbereinigt entspricht das einem realen Zuwachs von 0,5 Prozent. Insgesamt werden für 2026 Umsätze von 697,4 Milliarden Euro erwartet.
Der Onlinehandel dürfte auch 2026 stärker wachsen als der stationäre Bereich: prognostiziert werden +4,4 Prozent nominal bzw. +3,5 Prozent real. Der Onlinehandel soll damit 96,3 Milliarden Euro zum Gesamtumsatz beitragen.
Aus Sicht des Handels braucht es kurzfristig wirksame Maßnahmen, damit die Entlastungen in den Unternehmen tatsächlich ankommen. Als Top-Themen haben sich bei Umfrage unserer Handelsorganisation herauskristallisiert:
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Bürokratieabbau: Für 59 Prozent der Unternehmen ist das das wichtigste Thema.
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Energiekosten senken: gefordert wird u. a. eine zeitnahe Senkung der Stromsteuer für alle.
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Arbeitskosten stabilisieren: bei den Sozialabgaben wird eine dauerhafte Obergrenze von 40 Prozent anzustreben.
Gerade für viele mittelständisch geprägte Händler – auch in Nordwestdeutschland – sind kalkulierbare Kosten, weniger Melde- und Dokumentationspflichten und bezahlbare Energie zentrale Voraussetzungen, um in Ausbildung, Personal und Standorte investieren zu können.
Blick auf Beschäftigung und Tarifrunde
Steigende Arbeitskosten werden von vielen Unternehmen als Risiko für Beschäftigung bewertet: 77 Prozent der Befragten erwarten bei weiter steigenden Arbeitskosten negative Beschäftigungseffekte. Der HDE weist darauf hin, dass der Einzelhandel seit 2022 bereits 60.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte verloren habe. Vor der Tarifrunde, die im April 2026 startet, wird zugleich die Gewerkschaft ver.di aufgefordert, die wirtschaftliche Lage der Unternehmen zu berücksichtigen. Insgesamt beschäftigt die Branche rund 3,1 Millionen Menschen.

