In seiner am 4. März 2026 veröffentlichten Pressemitteilung weist der Handelsverband Deutschland darauf hin, dass der Krieg im Iran neue Belastungen für das Konsumklima mit sich bringen dürfte. Vor dem Hintergrund der ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage droht eine weitere Verunsicherung der Verbraucher.
Erfahrungsgemäß reagieren Konsumentinnen und Konsumenten in Krisenzeiten zurückhaltend, insbesondere bei größeren Anschaffungen. Internationale Konflikte und geopolitische Risiken verstärken diese Entwicklung zusätzlich und können die ohnehin fragile Konsumstimmung weiter abschwächen.
Warenströme aktuell nicht beeinträchtigt
Unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Lieferketten des Einzelhandels werden derzeit nicht erwartet. Die Warenströme sind nach aktueller Einschätzung stabil.
Mögliche Einschränkungen könnten sich im Bereich der Luftfracht ergeben, falls Transporte über Drehkreuze in den Golfstaaten umgeleitet werden müssen. Im Seeverkehr haben viele Reedereien ihre Routen bereits seit den Angriffen der Huthi-Rebellen im Jahr 2023 angepasst und führen Transporte überwiegend über alternative Strecken, etwa um das Kap der Guten Hoffnung.
Ob es zu weitergehenden Störungen kommt, hängt davon ab, in welchem Umfang sich die Huthi-Rebellen im Jemen in den aktuellen Konflikt einbringen.
Energiepreise bleiben Risikofaktor
Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor bleibt die Entwicklung der Energiepreise. Da bedeutende Mengen an Erdöl und Gas aus der Region stammen, könnten steigende Preise für Diesel und Gas mittel- bis langfristig die Transport- und Logistikkosten erhöhen.
Für Handelsunternehmen bedeutet dies: Kurzfristig ist die Warenverfügbarkeit gesichert. Mittelfristig sollten jedoch mögliche Kostensteigerungen bei Energie und Logistik in der Planung berücksichtigt werden.

