Die von der Regierungskoalition vorgestellten Maßnahmen werden im Handel zwar teilweise als erster Schritt zur Entlastung bewertet. Zugleich bleibt aus Sicht des Handels der Bedarf an weitergehenden Strukturreformen hoch.

Erste Entlastungssignale, aber keine ausreichende Antwort

Der Handelsverband Deutschland bewertet die am 13.04.2026 vorgestellten Vorhaben der Regierungskoalition in Teilen positiv. Dazu zählen insbesondere geplante Entlastungen bei den Treibstoffkosten sowie die Ankündigung, das System der Gesundheitskosten stärker an die tatsächlichen Einnahmen anzupassen. Aus Sicht des Handels können solche Maßnahmen kurzfristig helfen, sie reichen jedoch nicht aus, um die grundlegenden Belastungen für Unternehmen wirksam zu verringern.

Lohnnebenkosten und Bürokratie im Fokus

Nach Einschätzung des HDE bleibt vor allem bei den strukturellen Rahmenbedingungen erheblicher Handlungsbedarf. Der Verband fordert unter anderem eine Begrenzung der Lohnnebenkosten auf 40 Prozent sowie einen spürbaren Abbau bürokratischer Belastungen. Gerade die Arbeitskosten entwickelten sich für viele Handelsunternehmen zu einem zunehmenden Problem.

Steuerentlastung darf Konsumimpulse nicht neutralisieren

Positiv bewertet der HDE zudem die angekündigte Reform der Einkommensteuer, insbesondere mit Blick auf die Entlastung mittlerer und unterer Einkommen. Das könne den privaten Konsum stützen. Zugleich warnt der Verband davor, mögliche positive Effekte durch gegenläufige Maßnahmen wieder abzuschwächen. Als Beispiel nennt der HDE eine mögliche Erhöhung der Mehrwertsteuer, die aus seiner Sicht neue Belastungen für Verbraucher schaffen und Aufbruchssignale für den Konsum unmittelbar dämpfen würde.

Sonderzahlungen nicht für alle Betriebe leistbar

Zur Diskussion um steuer- und abgabenfreie Zahlungen von bis zu 1.000 Euro an Beschäftigte verweist der Verband auf die wirtschaftliche Lage vieler Handelsunternehmen. In angespannten Zeiten könnten zahlreiche Betriebe eine solche Zusatzleistung nicht ohne Weiteres finanzieren. Hinzu komme die Belastung durch die anstehende Tarifrunde im Einzelhandel.

Auch bei den Energiekosten sieht der Handel Nachbesserungsbedarf

Insgesamt wertet der HDE die Beschlüsse der Koalition als kurzfristige Reaktion auf gestiegene Kraftstoffpreise. Der weitergehende Reformbedarf bleibe jedoch bestehen. Kritisch sieht der Verband insbesondere, dass eine Senkung der Stromsteuer für alle Unternehmen und private Haushalte nicht Teil der angekündigten Maßnahmen ist. Nach Einschätzung des HDE wäre dies ein deutliches Signal an Wirtschaft und Verbraucher gewesen.

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