Der wirtschaftliche Schaden durch Ladendiebstahl im deutschen Einzelhandel hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Laut einer aktuellen Studie des EHI Retail Institute überstieg der Warenverlust erstmals die Drei-Milliarden-Euro-Marke – mit steigender Tendenz.

Das EHI Retail Institute hat für das Jahr 2025 einen Schaden durch Ladendiebstahl von erstmals mehr als drei Milliarden Euro im deutschen Einzelhandel ermittelt. Gegenüber dem Jahr 2022 entspricht das einem Anstieg von 25 Prozent. Seit dem Ende der Corona-Pandemie 2023 nehmen die Diebstähle demnach wieder deutlich zu. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 380.000 Ladendiebstähle registriert. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch weit höher liegen: Das EHI schätzt die Dunkelziffer auf über 98 Prozent und geht davon aus, dass jährlich rund 24,8 Millionen Diebstahlsdelikte im Einzelhandel unentdeckt bleiben oder nicht zur Anzeige gebracht werden. Viele Händlerinnen und Händler verzichten bewusst auf eine Strafanzeige, weil diese selten zu einer Verurteilung führt und mit erheblichem bürokratischen Aufwand verbunden ist.

Organisierte Kriminalität als wachsendes Problem

Ein Drittel der erfassten Schäden geht auf organisierte Kriminalität zurück. Gerade dieser Bereich bereitet dem Handel zunehmend Sorgen. Bandenmäßig organisierte Diebstähle erfordern nach Einschätzung des Handelsverbandes Deutschland (HDE) eine Verschärfung des Strafrahmens, um Täter wirksam abzuschrecken und angemessen zu sanktionieren. Entsprechende strafrechtliche Anpassungen bei schweren Diebstahlsdelikten werden vom HDE als dringend notwendig erachtet.

Branche fordert politisches Handeln

Die Handelsbranche investiert bereits erheblich in die Prävention: Jährlich werden rund 1,7 Milliarden Euro für Kameraüberwachung, Warensicherung und Sicherheitspersonal aufgewendet. Dennoch sieht der Verband weiteren Handlungsbedarf – insbesondere beim Einsatz moderner Technologien. Gefordert wird unter anderem die generelle Zulässigkeit offener sowie KI-gestützter Videoüberwachung, die nicht nur die Prävention stärken, sondern auch die Ermittlungsarbeit der Polizei unterstützen soll. Der HDE hat wiederholt umfassende Vorschläge zur effektiveren Bekämpfung von Ladendiebstahl vorgelegt und appelliert an die Politik, endlich entschlossen zu handeln. Aus Sicht des Verbandes ist der jährliche Milliardenschaden kein Kavaliersdelikt, sondern ein strukturelles Problem, das legislative Maßnahmen erfordert.

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