Für das Jahr 2026 wird im deutschen Einzelhandel ein weiterer Rückgang der stationären Geschäfte erwartet. Nach aktuellen Prognosen wird sich die Gesamtzahl um rund 4.900 Standorte verringern. Damit setzt sich ein seit Jahren anhaltender Strukturtrend fort.

Vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen stehen weiterhin vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Die Corona-Jahre haben den Wandel im Handel deutlich verstärkt. Geschäftsschließungen, Umsatzverluste und veränderte Kundenströme haben vielerorts nachhaltige Auswirkungen hinterlassen. Nicht alle Betriebe konnten an das Vorkrisenniveau anknüpfen. Gleichzeitig hat sich der Onlinehandel weiter etabliert und das Konsumverhalten dauerhaft verändert. Diese Entwicklungen prägen die Standortstruktur im stationären Handel bis heute.

Die erwarteten Geschäftsschließungen konzentrieren sich insbesondere auf die Innenstädte. Neben gestiegenen Kosten für Energie, Mieten und Personal wirken sich auch veränderte Einkaufsgewohnheiten und eine gedämpfte Konsumstimmung aus. Zunehmende Leerstände stellen viele Stadtzentren vor zusätzliche Herausforderungen. Um ihre Attraktivität zu sichern, sind neue Nutzungsansätze sowie eine stärkere Verzahnung von Handel, Dienstleistungen und Freizeitangeboten erforderlich.

Angesichts dieser Entwicklung wächst der Handlungsdruck für Politik und Kommunen. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für den stationären Handel zu verbessern und Innenstädte als multifunktionale Räume weiterzuentwickeln. Dazu gehören unter anderem eine aktive Stadtentwicklung, flexible Nutzungskonzepte sowie Maßnahmen zur besseren Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualität. Für Handelsunternehmen bleibt es entscheidend, ihre Geschäftsmodelle an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Gleichzeitig erfordert die Entwicklung ein abgestimmtes Vorgehen aller Akteure vor Ort. Der fortschreitende Rückgang der Geschäftszahlen macht deutlich, dass der Strukturwandel im Einzelhandel anhält und aktiv begleitet werden muss.

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