Der Einzelhandel engagiert sich seit Jahrzehnten für Umweltschutz und Ressourcenschonung. Doch zu viel Bürokratie und unrealistische Fristen drohen genau die Investitionen zu bremsen, die für eine nachhaltige Transformation nötig sind.

Der Einzelhandel blickt auf eine lange Geschichte im Bereich Umweltschutz zurück. Ein bekanntes Beispiel: Vor 20 Jahren gründete die Branche das Deutsche Pfandsystem (DPG) – heute ein Erfolgsmodell für Recycling und Kreislaufwirtschaft. Auch der Markt für gebrauchte Produkte wächst: Im Online-Handel wird inzwischen jeder zehnte Euro mit Second-Hand-Waren umgesetzt.

Zu viel Regulierung schadet dem Fortschritt
Trotz dieses Engagements warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) davor, Unternehmen mit immer neuen Vorschriften zu überlasten. Wer Nachhaltigkeit wirklich vorantreiben will, braucht Spielraum für Investitionen – und keine erdrückende Bürokratie. Gut gemeinte Regeln seien nicht automatisch gut gemacht, so die Kritik.
 
Konkreter Streitpunkt ist die europäische Verpackungsverordnung (PPWR). Ihre Ziele unterstützt der Handel grundsätzlich – doch die geplante Umsetzung in der vorgesehenen Form und innerhalb der gesetzten Fristen sei für viele Betriebe kaum zu bewältigen. Der HDE fordert deshalb eine Verschiebung des Starttermins und mehr Zeit für praxistaugliche, europaweit einheitliche Lösungen. Als warnendes Beispiel dient die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), deren chaotische Einführung die Branche noch in Erinnerung hat.
 
Fachveranstaltung in Berlin
Beim HDE Sustainability & Retail Summit am 16. Juni 2026 in Berlin diskutierten Bundestagsabgeordnete, Fachleute aus der Branche und Bundesumweltminister Carsten Schneider über die Zukunft des nachhaltigen Handels.
 

 
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