Eine neue Studie belegt, dass kommunale Verpackungssteuern nur einen minimalen Beitrag zur Abfallvermeidung leisten, aber erhebliche Kosten und bürokratischen Aufwand für Unternehmen und Verbraucher verursachen.
Kommunale Verpackungssteuern erfassen lediglich 0,7 Prozent des gesamten Verpackungsverbrauchs in Deutschland. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie der GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung und des ifeu – Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg. Die Untersuchung bewertet erstmals umfassend die ökologischen und ökonomischen Folgen dieser Steuer.
Erhebliche wirtschaftliche Belastungen
Besonders ins Gewicht fällt die finanzielle Belastung auf Unternehmensseite: Nach den Berechnungen der Studie würde sich die Abgabenbelastung auf betroffene Verpackungen von derzeit rund 0,1 Milliarden Euro auf 4,1 Milliarden Euro erhöhen. Für einzelne Verpackungen steigt die Belastung um das 20- bis 30-Fache. Die Studie geht davon aus, dass diese Mehrkosten langfristig überwiegend an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben werden – in Form höherer Preise. Besonders betroffen sind Haushalte mit geringeren Einkommen.
Ausweichverhalten statt echter Abfallvermeidung
Auch die erhofften Effekte durch Mehrwegverpackungen bleiben aus. In Städten mit bestehender Verpackungssteuer zeigen die Betriebe keine steigenden Mehrwegabnahmequoten. Zudem bieten Mehrwegverpackungen nur dann ökologische Vorteile, wenn sie ausreichend oft genutzt und zuverlässig zurückgegeben werden. Die Studie weist außerdem darauf hin, dass Papierverpackungen aus europäischer Produktion – dank eines hohen Anteils regenerativer Energie – eine deutlich bessere Klimabilanz aufweisen als der Durchschnitt der steuerlich erfassten Verpackungen.
Forderung nach wirksameren Instrumenten
Studie: „Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern", GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH / ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH, im Auftrag von DIHK, HDE u. a. (2026). Weitere Informationen unter: einzelhandel.de/15287

