Die EU-Kommission hat im Rahmen des Digital Markets Act eine Untersuchung gegen Google abgeschlossen – und damit nach über zwei Jahren Rechtsklarheit geschaffen. Der Handelsverband begrüßt das, mahnt aber eine Debatte an, die stärker auf die Herausforderungen der KI-Ära ausgerichtet ist.

Die Europäische Kommission hat ihre Untersuchung gegen Google im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) abgeschlossen. Nach mehr als zwei Jahren Ermittlungen liegt damit eine verbindliche Einschätzung zur Anwendung der DMA-Vorgaben vor. Der Handelsverband Deutschland bewertet die Entscheidung positiv – sieht aber gleichzeitig Handlungsbedarf bei der inhaltlichen Ausrichtung der Regulierungsdebatte.

KI verändert das Suchverhalten grundlegend

Die digitale Realität entwickelt sich in einem Tempo, das regulatorische Prozesse vor erhebliche Herausforderungen stellt. Bereits heute verändert Künstliche Intelligenz, wie Verbraucherinnen und Verbraucher Produkte suchen und Kaufentscheidungen treffen. KI-gestützte Antworten und kontextbezogene Produktsuchen gewinnen an Bedeutung, während klassische Suchergebnisse und Preisvergleichslisten zunehmend in den Hintergrund treten.

Stephan Tromp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, bringt es auf den Punkt: „Europa sollte nicht ausschließlich die Suchergebnisse von gestern regulieren, sondern die Märkte von morgen im Blick haben. Mit Agentic Commerce und autonomen KI-Agenten entstehen völlig neue Formen des digitalen Handels. Die zentralen Wettbewerbsfragen werden künftig den diskriminierungsfreien Zugang zu Daten, interoperable Systeme und faire Schnittstellen betreffen."
 
Regulierung muss mit technologischer Entwicklung Schritt halten

Der Handelsverband fordert, den regulatorischen Rahmen flexibel genug zu gestalten, um neue Technologien wie KI-basierte Suchsysteme und autonome Handelsprozesse angemessen zu erfassen. Nur so lasse sich sicherstellen, dass Innovationen möglich bleiben und gleichzeitig faire Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer gelten.

„Der Digital Markets Act ist ein wichtiges Instrument für mehr Wettbewerb in digitalen Märkten", so Tromp. Entscheidend sei, dass Händler und Verbraucher gleichermaßen von offenen, transparenten und fairen digitalen Märkten profitieren – und dass die Regulierung nicht der Vergangenheit hinterherlaufe, sondern den fairen Wettbewerb auf Augenhöhe mit den technischen Möglichkeiten schütze.
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